A film by Michal Kosakowski

Archive for 07/01/2014

REVIEW ‘ZERO KILLED’ @ KINO-ZEIT.DE

by Joachim Kurz | Kino-Zeit.de, Dec 3, 2013

Der ganz reale Horror

Mordphantasien? Die hat ja wohl (fast) jeder mal. So ganz heimlich und in Gedanken, wenn der liebe Kollege wieder nervt, der/die Partner/Partnerin nörgelt oder sonst etwas schief läuft im Leben. Zum Glück aber kommen die allerwenigsten Menschen auf den Gedanken, diese Wünsche in die Tat umzusetzen. Was aber wäre, wenn sie das könnten? Im geschützten Raum und ohne (reale) Folgen, sondern als Teil einer Inszenierung? Dieser Frage geht der Filmemacher Michal Kosakowski in seiner filmischen Versuchsanordnung Zero Killed nach: Seit 1996 hat er dafür Menschen mit verschiedenen sozialen Hintergründen dazu gebracht, ihre Mordphantasien in Kurzfilmen zu inszenieren. Die einzige Beschränkung, die er ihnen dabei mit auf den Weg gab: Die Befragten mussten selbst als Darsteller in dem Film mitwirken – entweder als Täter oder als Opfer.

Die Filme, die diesem Angebot entsprangen, sind so unterschiedlich geraten wie ihre Urheber es sind – vom Schubsen eines heruntergekommenen Mannes vor einen heranfahrenden LKW bis zum Mord während des Liebesaktes reicht die Vielzahl der fiktiven Tötungen. Und ebenso breit gespannt wie die “Täter” sind auch die Opfer – und dementsprechend die Motive für ihre Delikte: Sie reichen von der klassischen Beziehungstat bis hin zum eher zufälligen Mord an einem vollkommen Unbekannten, sie werden mit Schusswaffen ausgeführt oder mit dem Beil, mit Messern, den bloßen Händen oder exotischeren Instrumenten, manchmal sogar mit den bloßen Händen, dem Fuß oder auf andere Art und Weise. So verschieden die Menschen sind, die hier ihr Innerstes nach außen kehren, so unterschiedlich ihre Opfer sind, so sehr variieren auch die Mordmethoden und mit ihnen die Inszenierungen der Taten. (more…)